{"id":1891,"date":"2016-05-12T17:20:55","date_gmt":"2016-05-12T15:20:55","guid":{"rendered":"http:\/\/okinawaichooseyou.de\/?p=1891"},"modified":"2016-05-12T17:20:55","modified_gmt":"2016-05-12T15:20:55","slug":"okinawa-insel-der-sonne-part-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/?p=1891","title":{"rendered":"Okinawa, Insel der Sonne, Part I"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwie hatte Okinawa bei mir nie einen Titel, und allgemein habe ich da glaube ich noch nie so <strong>richtig<\/strong>\u00a0dr\u00fcber geschrieben, sondern immer nur so bruchst\u00fcckhaft&#8230;Daher ist es jetzt ein seltsames Gef\u00fchl, \u00fcber Okinawa zu schreiben, als sei ich nur Tourist. So f\u00fchlte ich mich aber gar nicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_1892\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/?attachment_id=1892#main\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1892\" class=\"wp-image-1892\" src=\"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_20160325_1254592.jpg\" alt=\"IMG_20160325_125459~2\" width=\"220\" height=\"156\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1892\" class=\"wp-caption-text\">\u00dcbrigens mein Flieger aus Tokyo. Nun habe ich es also auch geschafft, mal im Pok\u00e9mon-Flugzeug zu sitzen. Nun bin ich gl\u00fccklich.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Flughafen holte mich netterweise Yuriko, mit der ich mich in meinem zweiten Semester in Japan angefreundet hatte, ab. Sie lud mich dann auch gleich zu einem Mittagessen mit Okinawa-Soba ein, was ich dankbar annahm, hatte ich nach dem Flug aus Tokyo doch schon recht Hunger bekommen. Sp\u00e4ter dann begleitete sie mich noch zu meiner Unterkunft im Stadtteil Miebashi in Naha, der Hauptstadt Okinawas. Diese war gl\u00fccklicherweise fast direkt an der Monorail-Station Miebashi und somit vom Flughafen aus sehr gut zu erreichen, sodass das Ganze dann auch nicht lange dauerte. Von Au\u00dfen war das Hostel recht unscheinbar und interessanterweise befand der Eingang sich auch noch im zweiten Stock (was bei uns der ersten Etage gleichkommt). Innen aber erwartete einen erst einmal ein gro\u00dfer Gemeinschaftsraum mit Empfangstheke, wo ich dann auch gleich eincheckte und meinen Zimmerschl\u00fcssel bekam. Ich lud mein Gep\u00e4ck ab und dann ging es wieder raus an die frische Luft &#8211; ja, mich wunderte es wirklich, aber es war erfrischend <em>k\u00fchl<\/em>\u00a0auf Okinawa. Auch Yuriko meinte, ich h\u00e4tte Gl\u00fcck, da es noch nicht so hei\u00df war und auch die Luft sich mal ausnahmsweise nicht anf\u00fchlte wie eine dicke Wand. Man konnte atmen! Herrlich.<\/p>\n<div id=\"attachment_1893\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/?attachment_id=1893#main\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1893\" class=\"wp-image-1893\" src=\"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_20160325_204925.jpg\" alt=\"IMG_20160325_204925\" width=\"220\" height=\"124\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1893\" class=\"wp-caption-text\">hisashiburi no yakiniku.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Yuriko erz\u00e4hlte mir, dass ihre Mutter mich auch gerne treffen wollte. Diese hatte wohl gerade Feierabend und kam uns dann auch unterwegs mit dem Auto abholen. Ich habe mich sehr gefreut, als sie mich dann mit \u304a\u5e30\u308a\uff01 (<em>okaeri,\u00a0<\/em>in etwa: &#8222;Willkommen zur\u00fcck&#8220; oder auch &#8222;Willkommen daheim!&#8220;) begr\u00fc\u00dfte. Sie fragte mich gleich, wie es mir so ging und was ich gerne essen w\u00fcrde. Ich war etwas \u00fcberrascht, hatten wir doch eben erst im Flughafen gegessen, aber gut, wir waren schlie\u00dflich auf Okinawa&#8230;Und so ergab es sich, dass wir bereits kurze Zeit sp\u00e4ter beim Yakiniku (das erste seit so langer Zeit Q__Q) sa\u00dfen und \u00fcber alles M\u00f6gliche sprachen, denn es gab viel zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kam mir vor, als sei ich nie weggewesen&#8230;Auch Yuriko meinte, sie h\u00e4tte eigentlich gar nicht das Gef\u00fchl, wir h\u00e4tten uns lange nicht gesehen. Im Gegenteil, eigentlich wirkte es wie jede Woche, wenn wir uns zum Japanisch\/Deutsch-Lernen trafen. Das hat mich schon sehr gefreut.<\/p>\n<div id=\"attachment_1894\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/?attachment_id=1894#main\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1894\" class=\"wp-image-1894\" src=\"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_20160326_155546.jpg\" alt=\"IMG_20160326_155546\" width=\"220\" height=\"124\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1894\" class=\"wp-caption-text\">Echt bayrischer Sauerkraut-Pott.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch am folgenden Tag nahmen mich Yuriko und ihre Mutter mit, denn sie wollten mir viel von Okinawa zeigen, und Yurikos Mutter hatte den Tag frei. Zuerst einmal fuhren wir ein gro\u00dfes Kaufhaus an der\u00a0<em>kokusai d\u00f4ri\u00a0<\/em>(da, wo ich damals W\u00e4scheklammern gekauft hatte^^), da es im obersten Stockwerk eine Kunstaustellung gab, wo wohl auch ein Bekannter von ihr teilnahm, und da sie wusste, dass ich Kunst sehr gerne mag, wollte sie mir das einmal zeigen. Ich fand das einen netten Zufall, da wir eigentlich damals schon hingewollt hatten. Zu diesem Zeitpunkt aber war dort gerade eine Sanierung oder sowas, jedenfalls war es gesperrt gewesen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1895\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/?attachment_id=1895#main\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1895\" class=\"wp-image-1895\" src=\"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_20160512_164622_1.jpg\" alt=\"IMG_20160512_164622_1\" width=\"168\" height=\"220\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1895\" class=\"wp-caption-text\">Meine beiden shiisa. Im Vordergrund sieht man noch ein St\u00fcckchen von dem Handtuch von der Drum-Tao-Tour, das mir ein paar Freunde vom eis\u00e2 damals geschenkt hatten.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ausstellung war sehr interessant und zeigte Fotografien aus verschiedenen L\u00e4ndern, die das Leben dort zeigen sollten sowie k\u00fcnstlerisch aufgemacht waren. Der Fotograf war auch gerade da, und nachdem wir uns die Bilder angesehen hatten, plauderten wir noch eine ganze Weile (&#8222;Du sprichst aber gut Japanisch! Wo kommst du her? Deutschland? Wow!&#8220;), bekamen Tee serviert, ich f\u00fcllte sogar einen Feedback-Bogen aus (&#8222;Du kannst sogar Kanji schreiben? Unglaublich!&#8220;), und dann zeigte er uns einen Katalog mit weiteren seiner Fotografien, diesmal haupts\u00e4chlich Landschafts- und Naturbilder. Er schien um die ganze Welt gereist zu sein, und einige der Fotos waren einfach nur unglaublich sch\u00f6n. Als ich ihn fragte, ob er nicht auch Postkarten oder Poster verkaufe, lachte er und sagte, auf die Idee sei er noch nicht gekommen. Ich versprach, den ersten Kalender zu kaufen, falls er mal einen machen sollte, dann verabschiedeten wir uns und gingen wieder raus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als N\u00e4chstes ging es dann (wie k\u00f6nnte es anders sein) essen, in ein richtig teures Caf\u00e9. Es schmeckte aber auch sehr gut, und zu meinem Erstaunen entdeckte ich dort auch noch Sauerkraut. Und das, nachdem ich damals ewig nach welchem auf Okinawa gesucht hatte&#8230;nun ist aber das Mysterium gel\u00f6st, wo es welchen zu kaufen gibt^^<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach fuhren wir zum\u00a0<em>yakimura<\/em>, einem Bezirk, in dem viele winzige L\u00e4den waren, die T\u00f6pfereien verkauften, meistens in der Form von Geschirr oder\u00a0<em>shiisa<\/em> (die kleinen Hundel\u00f6wenfiguren). Nach langer \u00dcberlegung, viel Plauderei mit Verk\u00e4ufern und einem Abstecher in ein weiteres Caf\u00e9 entschied ich mich schlie\u00dflich f\u00fcr ein kleines Paar\u00a0<em>shiisa\u00a0<\/em>aus rotem Ton. Gr\u00f6\u00dfere h\u00e4tten wohl leider nicht mehr in mein Gep\u00e4ck gepasst, aber auch die gefielen mir und sie zieren nun mein Wohnzimmer und bewachen mein Ry\u00fbky\u00fb-Zertifikat :3<\/p>\n<div id=\"attachment_1896\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/?attachment_id=1896#main\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1896\" class=\"wp-image-1896\" src=\"https:\/\/okinawaichooseyou.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_20160512_164632.jpg\" alt=\"IMG_20160512_164632\" width=\"220\" height=\"124\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1896\" class=\"wp-caption-text\">Und das Glas, das ich bekommen habe (links). Ich finde es richtig sch\u00f6n. Das kleine Gl\u00e4schen rechts habe ich \u00fcbrigens damals in Nagoya geschenkt bekommen.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann war ich total baff, als Yurikos Mutter mich fragte, was mir sonst noch gefiel. Ihr war aufgefallen, dass ich in einem bestimmten Laden einige Tassen bewundert hatte, und so kaufte sie mir kurzerhand eine davon, um genau zu sein einen \u30d5\u30ea\u30fc\u30b3\u30c3\u30d7 (japanisches Englisch, soll wohl\u00a0<em>free cup<\/em> hei\u00dfen), im Grunde also ein Glas, in das man alles reintun kann. Ich liebe dieses japanische Englisch &#8211; im Japanischen spricht man dabei von \u548c\u88fd\u82f1\u8a9e (<em>wasei eigo<\/em>, w\u00f6rtlich also &#8222;in Japan erfundenes\u00a0Englisch&#8220;). Dabei handelt es sich um &#8222;englische&#8220; Worte und Begriffe, die es so im Englischen aber nicht gibt, in Japan allerdings verwendet werden. Es gibt recht viele davon, z.B. den\u00a0\u30da\u30a4\u30d1\u30fc\u30c9\u30e9\u30a4\u30d0\u30fc (&#8222;<em>paper driver<\/em>&#8222;)\u00a0f\u00fcr\u00a0jemanden, der einen F\u00fchrerschein besitzt, aber nicht Auto f\u00e4hrt. Auch der allseits bekannte \u30b5\u30e9\u30ea\u30fc\u30de\u30f3 (&#8222;<em>salary man<\/em>&#8222;) f\u00fcr den B\u00fcroangestellten kann im Grunde dazu gez\u00e4hlt werden. Zus\u00e4tzlich gibt es noch mehr, teilweise echt lustige Wortsch\u00f6pfungen, aber die hier alle aufzuz\u00e4hlen, w\u00fcrde nun doch den Rahmen sprengen. Wen es interessiert, der kann ja mal googeln \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf jeden Fall freute ich mich sehr \u00fcber dieses wirklich sch\u00f6ne Geschenk (den Gedanken an mein Gep\u00e4ck mal beiseite geschoben). Im Anschluss fuhren wir auch noch zum Supermarkt, wo ich noch ein paar Zutaten bekam &#8211; unter anderem mein geliebtes \u30d5\u30fc (<em>f\u00fb)<\/em>, sodass ich nun auch daheim fu-chanpuru machen kann. Yosh~!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;Wow, so viel, und das nur f\u00fcr zwei Tage. F\u00fcr die anderen drei versuche ich mich k\u00fcrzer zu fassen, versprochen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwie hatte Okinawa bei mir nie einen Titel, und allgemein habe ich da glaube ich noch nie so richtig\u00a0dr\u00fcber geschrieben, sondern immer nur so bruchst\u00fcckhaft&#8230;Daher ist es jetzt ein seltsames Gef\u00fchl, \u00fcber Okinawa zu schreiben, als sei ich nur Tourist. So f\u00fchlte ich mich aber gar nicht. 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